Der Samojede
 


Allgemeines:

Die Samojeden zählen zu den Nordischen Hunderassen. Als Familien- und Begleithund sind sie sehr beliebt und neben der Zugarbeit sind sie auch für Nasenarbeit und Agility geeignet. Auch Wanderungen mit Packtaschen, Canicross und das Arbeiten als Reitbegleithund, Therapie- und Rettungshund macht dem Samojeden Spaß.

   

  • Herkunft: Nordrussland 
  • Verwendung: Schlitten- und Begleithund
  • Gewicht: Rüden ca. 22 - 26 kg Hündinnen ca. 18 - 22 kg
  • Widerristhöhe:     Rüden 57 ± 3cm
                                Hündinnen 53 ± 3 cm
  • Lebenserwartung: 12 – 16 Jahre
  • Klassifikation FCI: Gruppe 5, Spitze und Hunde vom Urtyp
                                 Sektion 1, Schlittenhunde ohne Arbeitsprüfung



Geschichte und ursprünglicher Einsatz:

Unter allen heutigen Hunderassen ist der Samojede eine der ältesten und kommt seinem eigentlichen Ursprung am nächsten. Der Samojede ist benannt nach dem Volksstamm der Nenzen oder Samoyeden. Damals gab es Samojeden nicht nur in weiß, weiß-bisquit und cremefarben, sondern auch in schwarz, schwarzweiß, wolfsgrau und anderen Farben. Mittlerweile sind jedoch nur noch die Farben weiß, weiß-bisquit und creme zur Zucht zugelassen. Die heutigen Samojeden unterscheiden sich außer in der Farbe kaum von den damaligen.

Diese Hunde hüteten und schützten früher die Rentierherden und waren neben den Rentieren der wertvollste Besitz des Samoyeden-Volkes. Sie wurden aber auch zur Jagd und als Schlittenhunde eingesetzt. Die Nächte verbrachten sie in den Zelten der Nomaden und dienten als Wärmequelle.

 

 

Heutiger Einsatz:



Der Samojede braucht viel Auslauf und Beschäftigung. Neben langen Spaziergängen und Wanderungen mit Packtaschen ist auch der Zughundesport eine gute Möglichkeit um dem Samojeden seinen Alltag abwechslungsreich zu gestalten. So lernt ein Samojede schnell, am Fahrrad zu laufen oder einen Roller zu ziehen.

Einige Samojeden sind auch für Mantrailing geeignet und können ausdauernd und konzentiert nach vermissten Personen suchen. Ebenso kann der Samojede auch in der Fährtenarbeit tätig sein.

 

 

 

 

 

In Ausnahmefällen werden auch Samojeden erfolgreich als Rettungshunde eingesetzt, aber nur wenige Hunde dieser Rasse sind dafür geeignet.

Auch Agility ist für einen Samojeden als Sport gut geeignet. Das Training ist abwechslungsreich durch ständig andere Parcours und fördert die Zusammenarbeit von Mensch und Hund.
 

 

Aufgrund seines freundlichen und zugänglichen Wesens ist der Samojede für Ausbildungen wie z. B. Polizeidienst, Schutzdienst oder als Wachhund im klassischen Sinn  jedoch in der Regel ungeeignet.

 

Verhalten und Charakter:

Der Samojede ist von freundlichem Charakter und das sieht man ihm auch an. Er ist aufgeschlossen, menschenfreundlich, neugierig, kinderlieb und umgänglich mit Artgenossen.

Samojeden sind lebhaft und gesprächig. Oft und gerne machen Samojeden von ihrer Stimme Gebrauch, außerdem sind sie sehr temperamentvoll. Sie sind Energiebündel und für gebrechliche personen nicht geeignet, da sie enorme Kraft entwickeln können. Viel geistige und körperliche Auslastung ist gefragt, um den Samojeden zu einem guten, ausgeglichenen Begleiter zu machen.

Der Jagdtrieb ist weniger ausgeprägt als bei den anderen nordischen Rassen, aber auf jeden Fall vorhanden. Mit Geduld, Spiel und Leckerli kann man dem Samojeden vieles beibringen. Militärischer Drill und harte Erziehung bekommen ihm nicht gut und zerstören die Beziehung zu seinem Menschen. Ebenfalls sollte das Training für den Samojeden logisch aufgebaut und nachvollziehbar sein. Da er sehr auf die Körpersprache seines Menschen achtet, wird auch vom Menschen einiges gefordert. Einen Kadavergehorsam wie z. B. vom Schäferhund kann man von einem Samojeden definitiv nicht erwarten.

 

 

Pflege:

Das üppige Fell des Samojeden besteht aus Unterwolle und Deckhaar und sollte während des Fellwechsels täglich gründlich gebürstet werden. Außerhalb des Fellwechsels reicht ein- bis zweimaliges Bürsten in der Woche.
Baden sollte der Samojede nur selten, da sonst sein selbstreinigendes Fell geschädigt werden kann. Sollte sich einmal etwas Schlamm im Fell befinden, lässt man diesen am besten einfach trocknen und kämmt ihn dann aus.

Die Krallen nutzen sich beim Laufen auf verschiedenen Untergründen ab und müssen im Normalfall nur selten geschnitten werden.

Zähne und Zahnfleisch sollte man regelmäßig kontrollieren, evtl. das Gebiss reinigen und/oder regelmäßig geeignete Kauprodukte geben.

Bei aktiven Arbeitshunden sollte ebenso auf die Pfoten geachtet werden und diese regelmäßig auf Verletzungen überprüft werden.


Spezifische Erkrankungen:

    • Hüftgelenksdysplasie (HD)
    • Ellenbogendysplasie (ED)
    • Hereditärer Cataract (HC)
    • Progressive Retinaatrophie (PRA)

 

 

 

Quellen:
Text: Auszug „Das kleine Buch vom Samojeden“ A. Ketschau (ISBN: 9783744890700)
Fotos: 
© Lisa Schliewe, © Pelzer Photography

 

 

Zum Seitenanfang